Veranstaltungsreihe 2017: Tusculum auf Mapprach III als Teil der Europäischen Tage des Denkmals zum Thema Macht und Pracht

Sonntag 27. August 2017
Florianne Koechlin, Biologin und Chemikerin

Schwatzhafte Tomate, wehrhafte Lärche
Von Pflanzen, die kommunizieren und sich vernetzen

 Pflanzen kommunizieren mit Duftstoffen. Sie warnen sich gegenseitig, locken gezielt Nützlinge an und koordinieren  ihr Verhalten. Pflanzen lernen aus Erfahrungen und erinnern sich an vergangene Ereignisse. Sie protegieren Verwandte, schikanieren Fremde und bilden Allianzen. Unter dem Boden bilden sie umfangreiche Netzsysteme aus Wurzeln und Pilzen, über die sie Nährstoffe und sogar auch Informationen austauschen – ein ‚Internet der Pflanzengemeinschaften’ in ungeahntem Ausmass. 
Pflanzen sind also keine passiven und isolierten Objekte. Sie sind sensible Lebewesen im grossen Beziehungsgeflecht der Natur, in das auch wir eingebunden sind. Das birgt Chancen für die Landwirtschaft. Zugeich stellt sich die Frage unserer Verantwortung der Pflanzen gegenüber neu.

Musikalische Intervention mit Jürg Kienberger Glasharfe | Musiker, Kabarettist, Sänger

Florianne Koechlin

Jürg Kienberger

Jürg Kienbergers Glasharfe

 

Sonntag, 3. September 2017

Dirk Baecker, Soziologe, Professor für Kulturtheorie und Management in Witten/Herdecke

Macht und Pracht im Garten – Herrschaft, Volk und Wirklichkeit im Austausch

Dass Herrscher ihr Volk häufig auch noch mit Gärten beglücken, ist durch ein Interesse an frischer Luft allein nicht zu begründen. Es geht auch darum, zu zeigen, was man kann und mit welchen fernen Ländern, aus denen die seltsamen Pflanzen stammen, man in Verbindung steht. Und es geht darum, dem Herrscher und dem Volk den Spiegel der Wirklichkeit vorzuhalten: das Wachsen und Vergehen, die Blüte und das Verwelken. Vielleicht ist man dann eher bereit, einander auszuhalten. Der Vortrag verfolgt diesen Gedanken bis in die aktuelle Moderne.

Musikalische Intervention mit Songwriterin Nadia Leonti | Gesang, Gitarre und Jakob Künzel |Keyboards

Dirk Baecker

 

Sonntag, 10. September 2017

Günter Vogt, Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich

The Scale of Paradise

Günther Vogt zeigt die Geschichte des Gartens, des ursprünglichen Paradieses, und stellt die mächtigen

und prächtigen Beispiele dieser Welt vor.

 Musikalische Intervention mit Sam Chapman | Lautenist

Günther Vogt

Daniela Settelen - Matthias Buschle - Carmen Bregy

_______________________________________

Veranstaltungsreihe 2016: Tusculum auf Mapprach II als Teil der Europäischen Tage des Denkmals zum Thema Oasen

Sonntag, 28. August, 14.30 Uhr

Angelika Overath, Dr. phil, Schriftstellerin, Journalistin, Germanistin

Engadin - Garten des Inn

 

Das Engadin, eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas fasziniert nicht nur durch seine spektakuläre Landschaft der Gletscher und Seen. Dieser "dem Süden verschwisterte" (Annemarie Schwarzenbach) Alpenraum zeigt auch eine besondere kulturelle Prägung. In der Engadiner Alltagswelt ist das Romanische, eine uralte verschwindende Sprache noch lebendig. Wie spielen in der extremen Talschaft des jungen Inn Natur und Kultur zusammen? Welche Gefahren und Chancen liegen hier im Tourismus?

 

Angelika Overath wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie arbeitet als Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin und hat die Romane „Nahe Tage“ und „Flughafenfische“ geschrieben. Der Roman "Flughafenfische" wurde u.a. für den Deutschen und Schweizer Buchpreis nominiert. Für ihre literarischen Reportagen wurde sie mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Sent, Graubünden.

Im Anschluss musikalische Intervention mit Diane Eaton und Megan McBride, Hornistinnen des Sinfonieorchesters Basel  

 

Sonntag, 4. September, 14.30 Uhr

Barbara Piatti, Dr. phil., Literaturwissenschaftlerin und Autorin

Magische Orte: Ein Spaziergang durch literarische Gärten, Grün- und Freiräume

 

Der Vortrag lädt in vier literarisch gestaltete Gärten ein – einen Villengarten in Polen, eine Parkanlage in Zentralfrankreich, einen märchenhaften Garten der Kindheit in Süddeutschland und auf eine Insel in der Schweiz. Im Rahmen dieser kleinen Gartenreise soll unter anderem diskutiert werden, was es bedeutet, wenn romanhafte Gärten reale Vorbilder haben (die man zum Beispiel besuchen könnte). Und umgekehrt: Was uns die erfundenen Gärten erzählen, die so nur in der Literatur existieren.

Im Anschluss musikalische Intervention mit Christine Lauterburg, Schweizer Sängerin

Sonntag, 11. September, 14.30 Uhr

Raimund Rodewald, Dr. phil. Biol., Dr. h.c. iur., Geschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Oasen und der poetische Reiz von Landschaft

 

Arkadien verko?rpert eine a?stheti­sche und poetische Utopie von Landschaft. Vom trauten Heim, einer intakten Natur bis zu vor­fabrizierten Ferienidyllen reicht unsere Paradiessuche. Doch Arkadien fordert uns auf, einen Blick auf unsere hochfunktiona­len Landschaften zu werfen. In einer nach rationalen und wirt­schaftlichen Strickmustern durchorganisierten Schweiz – von der Stadt bis aufs Land, vom Flachland bis in die Alpen – domi­nieren Normenho?rigkeit, Ordnungssinn, Sicherheitsgebaren, funktionale Effizienz, Pflegeleichtigkeit und Sprachlosigkeit. Das hinterla?sst breites Unbehagen. Denn wir wollen und brau­chen Ra?ume, die wir als sinnlich attraktiv und scho?pferisch ver­zaubert wahrnehmen.

 

Im Anschluss musikalische Intervention mit Ephraim Salzmann, Schweizer Musiker (Schlagzeuger und Perkussionist)

 

 

 

 

____________________________________________________________

Veranstaltungsreihe 2016: Urbaner Garten auf dem Lande - 150 Jahre Ergötzlichkeit

Urbaner Garten auf dem Lande - 150 Jahre Ergötzlichkeit: 5. - 8. Mai 2016

Einflussreiche Basler Familien besassen nebst ihren Stadthäusern Güter auf dem Lande. Hier verbanden sich wie selbstverständlich urbane Elemente mit ländlichen Traditionen.

Auf dem Hofgut Mapprach im oberen Baselbiet ist diese Wechselwirkung auch heute noch sichtbar. Im späten 17. Jahrhundert wurde das Gut zum Nutzen erbaut. 1866 entstand der englische Landschaftsgarten mit seinen Kabinetten, dem Weiher mit Springbrunnen und einheimische sowie exotische Bäume wurden gepflanzt. Angelegt wurde der Garten zur Zierde als Ort der Begegnung und Erholung.

Auch 150 Jahre später ergötzt dieser nun denkmalgeschützte Freiraum mitten im Kulturland am Wisenberg.

Ein ausgesucht spannendes Programm macht die Vielfalt der Ergötzlichkeiten für alle Sinne der Besucher erfahrbar. 

 

 

Donnerstag, 5. Mai, 11 Uhr

Urbane Gärten auf dem Land und in der Stadt – ihre Wechselwirkung

Referent Matthias Fahrni Landschaftsarchitekt BSLA  

Donnerstag, 5. Mai, 14 Uhr

Heilpflanzen und essbare Wildpflanzen – ein Streifzug durch den Park

Referent Kevin Nobs Biologe 

Freitag, 6. Mai, 14 Uhr

Der Park des Hofgut Mapprach – 150 Jahre Ergötzlichkeit

Referentin Daniela Settelen-Trees Kunst- u. Gartenhistorikerin  

Samstag, 7. Mai, 11 Uhr

Sträucher, Bäume und Exoten im Park des Hofgut Mapprach

Referent Max Fischer Förster  

Samstag, 7. Mai, 14 Uhr

Die Geschichte des Hofgut und Park Mapprach – Sommersitz der Familie Zaeslein

Referentin Daniela Settelen-Trees Kunst- u. Gartenhistorikerin  

Sonntag, 8. Mai, 8 Uhr

Die Hecke als Ort grosser Biodiversität – der Neuntöter und sein Revier

Referent Damian Oliver Ornithologe 

Sonntag, 8. Mai, 11 Uhr

Literatur im Park des Hofgut Mapprach mit Martin Dean

Referent Martin Dean Schriftsteller     

____________________________________________________________ 

Veranstaltungsreihe 2015: Tusculum auf Mapprach I

I  TUSCULUM

Tusculum ist einer der Synonyme für ein friedvolles, geistiges Refugium auf dem Land.

Tusculum war in der Antike ein Landstädtchen in den Bergen vor Rom. Wohlhabende Familien besassen dort ein Landhaus und gingen da in die Sommerfrische.

Im antiken Tusculum gehörte ein Gut dem römischen Philosophen Cicero. In Tusculum führte er des Sommers Gespräche, die Dialoge sind als Buch berühmt geworden. Die Gespräche in Tusculum gelten als eines seiner meistgelesenen philosophischen Schriften.

Die Gespräche in Tusculum  sind Überlegungen zur Lebenskunst. Anschaulich und pädagogisch leitet der Philosoph seine Gesprächspartner. Die Grundfrage ist, wie trotz Tod, Schmerz und Leiden ein gutes, gelungenes Leben geführt werden kann.

 

II DER MAPPRACH

Ist ein historisches Landgut, geprägt von Natur und Kultur - Nutzen und Zierde. Das Wort Kultur stammt vom lateinischen colere, was bedeutet: anbauen, bearbeiten, Ackerbau betreiben / ansässig sein, bewohnen / verpflegen / schmücken, putzen / abwarten, warten / ausbilden, veredeln / betreiben, üben, wahren, hochhalten / verehren, anbeten, heilig halten / feiern, huldigen.

Kultur in unserem heutigen Sinne kann demnach (und hier wiederum Cicero folgend) als zweite Natur bezeichnet werden, als Nachahmung der Natur als Ganzem durch artifizielle Dinge und symbolische Formen.

Der Mapprach ist, mit Hofgut, historischem Park und seiner Tradition, ein erstklassiger Ort dieser zweiten Natur - ein kultivierter Ort.

 

III TUSCULUM AUF MAPPRACH

An den drei Sonntag-Nachmittagen, 6., 13. und 20. September, soll an die alte Tradition der Gespräche auf Tusculum angeknüpft werden.

An drei Orten auf dem Mapprach finden Gespräche, Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Dafür bieten sich an:

Der historische Park, die Scheune oberhalb des Parks und die Schirmhütte.

Tusculum auf Mapprach setzt sich aus drei Hauptelementen zusammen:

 

1- Inhaltlicher Anstoss einer Referentin, eines Referenten

2- Apérogespräch

3- Musikalische Intervention

 

Inhaltlich sind die Gespräche auf die Wechselwirkung Kultur-Natur bzw. das gute Leben (Lebenskunst) fokussiert.

 

 

Sonntag, 6. September Prof. Dr. Annemarie Pieper

Lebensprägungen – Der Mensch im Spannungsfeld von biologischer und kultureller Evolution

Die Evolution hat den Entwicklungsprozessen von Lebewesen ihren Stempel aufgedrückt. Wieviel Spielraum bleibt da noch für die Selbstgestaltung des Menschen? Ist er unausweichlich Sklave der Natur, oder kann er sich durch kulturelle Leistungen von den Fesseln der Evolution emanzipieren? Wie steht es mit der freien Selbstbestimmung als oberstem Menschenrecht? 

Sonntag, 13. September Béla Bartha, Geschäftsführer ProSpecieRara

ProSpecieRara hat es mit einer schier unerschöpflichen Vielfalt von Kulturpflanzen zu tun. Früher waren es in Europa die Bäurinnen, Bauern und Gärtner, heute sind es spezialisierte Züchter, die ständig neue Sorten hervorbringen. Die Betrachtung dieser Vielfalt unter dem Aspekt ihrer Bewahrung ist ein eher neueres Phänomen, das Anfangs des letzten Jahrhunderts mit der Intensivierung der Landwirtschaft einhergeht. Sie machte es erst notwendig, dass man sich intensiv damit beschäftigen musste, was man eigentlich bewahren will. 
Im Vortrag «Pflanzen Namen geben» geht es um die Beweggründe der Organisation ProSpecieRara, weshalb es die Vielfalt für spätere Generationen zu erhalten gilt und welchen Stellenwert die systematischen Erfassung dabei hat. Fragen der Aneignung eines von Mensch und Natur geschaffenen Kulturgutes werden dabei einen Schwerpunkt des Vortrages bilden. Ein gesellschaftspolitisches Thema, das gerade in der jüngsten Vergangenheit sehr an Brisanz gewonnen hat.

Sonntag, 20. September Prof. Dr. Markus Wild

"Unser Leben gleicht der Reise..."? Denkbilder und Lebensläufe 

Sucht man einen wichtigen Unterschied zwischen Mensch und Tier, dann findet man ihn vielleicht im Folgenden: Menschen können einen Überblick über ihre Lebenszeit von Anfang bis Ende gewinnen. Sie können deshalb versuchen, ihr individuelles Leben zu planen. Doch mithilfe welcher Mittel führt man sich einen Lebenslauf überhaupt vor Augen? In jeder Kultur sind dafür bestimmte Denkbilder oder Metaphern wichtig. Der berühmte Anfang des sog. „Beresinaliedes“ nennt gleich eines der wichtigsten Denkbilder: die Reise. Auch der Ausdruck „Lebenslauf“ enthält bereits ein solches Bild. In meinem Vortrag will ich (1.) den genannten Mensch-Tier-Unterscheid erkunden, (2.) solche Denkbilder für unser Leben vorstellen und (3.) nach ihrer Grundlage und ihrem Nutzen für uns fragen.

_________________________________

Lustwandeln auf historischen Pfaden...

Tagesausflug durch den Park des Hofgut Mapprach - Mittagessen im Rössli Zeglingen - Ermitage, Arlesheim
5. September 2015

____________________________________________________________

Biologie trifft Kunstgeschichte

Samstag 16. Mai 2015, 14-16 Uhr
Kurs im Rahmen von Bioterra Basel Nordwestschweiz
www.bioterra-basel.ch


Retrospektive

René Küng – Kunst und Natur.

17. August – 12. Oktober 2014

Grosses Steinrad, Kalkstein, 2010/11

Grosses Mondtor, Granit, 2014

Assemblage Scheune

 

Presse
bz Artikel Vernissage, 16.8.2012 PDF
BaZ Artikel Vernissage, 16.8.2012 PDF
bz Interview René Küng, 23.8. 2012 PDF
bz Konzert Kirche Kilchberg, 13. 9. 2014PDF

Publikation

 Begleitend zur Ausstellung erschien die Publikation René Küng – Kunst und Natur; Eine lebenslange Beziehung im Christoph Merian Verlag. Die Fotografien von Paul Schneller halten stimmungsvoll die Skulpturen von René Küng im Landschaftsgarten fest. Die Textbeiträge von Stefan Hess und Emil Angehrn widmen sich dem Künstler René Küng und der Symbolik in dessen Werk; in ihrem Essay über den 1866 entstandenen Landschaftsgarten des Hofgut Mapprach schlägt Daniela Settelen-Trees als Herausgeberin eine Brücke zwischen Natur und Kunst.


Lustwandeln und Ackern Das Hofgut Mapprach im oberen Baselbiet

Samstag 24. Mai 2014, 14-16 Uhr
Kurs im Rahmen von Bioterra Basel Nordwestschweiz
www.bioterra-basel.ch